„Wien liegt am Donaukanal und nicht an der Donau.“ Setzt man Wien mit der „Inneren Stadt“ gleich und die Donau mit dem vor mehr als 150 Jahren regulierten Strom, dann ist dieser Satz Friedrich Torbergs (1908–1979) als emotionales Statement nachvollziehbar. Tatsächlich ist das Stadtzentrum eng mit dem Donaukanal verknüpft, der am Franz-Josefs-Kai und beim Schwedenplatz direkt daran vorbeifließt. Die Donau selbst liegt hingegen geografisch und vor allem gefühlsmäßig weit entfernt.
Allerdings blieb der Donaukanal auch nach der großen Regulierung (1870–1875) nichts anderes als ein Flussarm, durch den sehr wohl Donauwasser fließt. Seinem im 19. Jahrhundert festgelegten Verlauf liegt eine gewisse „Spitz“-Findigkeit zugrunde. Das Bett zieht sich über 17,3 Kilometer vom Brigittenauer Spitz bis zum Praterspitz und trennt das Stadtzentrum von der Leopoldstadt und der Brigittenau.
Der Donaukanal war und ist aber über weite Teile seines Verlaufs ein Freizeitareal. Die Uferböschungen außerhalb des Stadtzentrums trugen im frühen 20. Jahrhundert den Spitznamen „Arbeiter-Riviera“, in der jüngeren Vergangenheit machte der Donaukanal eine Metamorphose zu einer lebendigen urbanen Freizeitattraktion durch. Street-Art und Graffitis hielten Einzug, ebenso eine flotte Beisl- und Strandbar-Kultur. Eine Liebeserklärung an den Wiener Donaukanal mit zahlreichen Bildern
und informativen Texten, verfasst vom erfolgreichen Autorenduo Matthias Marschik und Edgar Schütz!