Die Bayerischen Voralpen werden oft unterschätzt. Zwischen Loisach und Inn verbirgt sich eine erstaunlich vielseitige Berglandschaft: Sie ist mal sanft, mal verspielt, an manchen Stellen aber durchaus ernsthaft – und damit genau richtig für alle, die genauer hinschauen.
Sebastian Steude präsentiert mit der Publikation „Bayerische Voralpen & Nordtirol“ seine zweite Sammlung von Panico-Touren. Wie bei seinem Werk Berchtesgaden und Chiemgau wartet hier eine gewissenhaft und akribisch zusammengestellte Auswahl, perfekt ausbalanciert. Der Routenkanon umfasst alpine Wanderungen, traditionelle Gipfelbesteigungen, ausgedehnte Gratüberschreitungen und Klettertouren. Zusätzlich zu den bekannten Zielen gibt es – ganz bewusst – zahlreiche ruhigere Unternehmungen. Unternehmungen für Tage, an denen man den Gipfel nicht unbedingt mit anderen teilen möchte.
Ein weiterer positiver Punkt des Führers: Viele Touren sind problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Im Rofan und Karwendel wird das Terrain im Vergleich zu den Bayerischen Voralpen anspruchsvoller. Das Rofan präsentiert sich dabei noch als relativ gemäßigt, während das Karwendel deutlich rauer ist: lange Zugänge, zahlreiche Höhenmeter und nicht immer optimales Gestein. Kurz gesagt: Dort wird Selbstständigkeit gefordert – und genau das ist der Reiz.
Wie bei den anderen Titeln dieser Reihe bietet der Führer präzise Darstellungen, übersichtliche Kartenskizzen und detaillierte Topos. Ein Buch für alle, die die Bayerischen Voralpen und den nordöstlichen Teil Tirols nicht nur auf den Modetouren kennenlernen wollen, sondern sie tatsächlich erleben möchten.