Von der Kaffeehauskultur zur Psychoanalyse, von der Habsburgermonarchie zum Neoliberalismus – Richard Cockett erzählt die atemberaubende Geschichte einer Stadt, die das Fundament der modernen westlichen Welt goss.
Wien um 1900 war eine brodelnde Matrix der Innovation. In der Enge der Inneren Stadt trafen Sigmund Freud und Karl Popper, Architekten und Ökonomen, Physikerinnen und Komponisten aufeinander. Aus dieser einzigartigen Verdichtung entstanden die Psychoanalyse, die Einbauküche, die Spieltheorie und die Idee der offenen Gesellschaft. Das Rote Wien wagte das radikalste demokratische Experiment seiner Epoche.
Doch Antisemitismus und Faschismus zerschlugen dieses Laboratorium der Moderne. Die Emigration vertrieb Tausende Denkerinnen und Denker nach Amerika und Großbritannien – wo sie den transatlantischen Ideentransfer vollzogen, der unsere Gegenwart bis heute prägt: vom Einkaufszentrum bis zur neoliberalen Wirtschaftsordnung.
Eine aufschlussreiche Kulturgeschichte für Geschichtsinteressierte und alle, die verstehen wollen, warum die Wiener Moderne kein abgeschlossenes Kapitel ist, sondern lebendige Gegenwart.