September 24, 2021

Wanderung auf das Ramolhaus - Über jedes Bacherl geht a Brückerl

Jasmin Prantl war mit ihren Berggämsen für uns im hintersten Ötztal unterwegs! Diesmal ging es mit dem Rother Bergverlag Wanderbuch "Alm und Hüttenwanderungen Tiroler Oberland" von Mark Zahel von Obergurgl auf das Ramolhaus und über die Piccardbrücke wieder zurück!

Am Hohen Frauentag ins hinterste Ötztal

Endlich war es wieder mal so weit. Eine gemeinsame Tour mit meinen „Berggämsen“- Freundinnen steht an.

Für unsere Unternehmung am „Hohen Frauentag“ Sonntag haben wir uns für eine schöne Rundtour inklusive Klettersteigbegehung (wenn wir schon mal da sind ;)) im hintersten Ötztal entschieden.

Unsere Tour führt uns von Obergurgl 1907m über den Obergurgler Klettersteig (C/D) auf das auf 3006m hoch gelegene Ramolhaus. Zurück geht es über die beeindruckende Piccard Brücke zur Langtalereckhütte, weiter Richtung Schönwieshütte und schließlich über den Zirbenweg wieder runter zum Ausgangspunkt.

Karte Gahwinden Wanderung

Dauer: 8,5 Std., 19,6 km
Ausgangspunkt: Obergurgl, 1907 m, im hintersten Ötztal. Gebührenpflichtige Parkplätze im Ort; Buslinie von Ötztal-Bahnhof.
Höhenunterschied: 1450 Hm
Anforderungen: T3. Überwiegend gut ausgebaute Bergwege in Schafmatten und Blockschutt. Vor der Piccard-Brücke einige etwas ausgesetzte Gletscherschliffe, mit Tritteisen und Drahtseilen solide gesichert. Auch abwärts ins Langtal noch vergleichsweise anspruchsvoll, ab Hütte dann leicht. Komplette Tour an einem Tag sehr lang, schon bis zum Ramolhaus bei 1130 Hm Ausdauer nötig.
Kinder: Spannende, aber anstrengende Tour, für bereits bergerfahrene Kinder mit Übernachtung empfehlenswert. Harmloser bei Beschränkung auf die Langtalereckhütte (im Aufstieg ab Talort 2.30 Std. Normalzeit). Themenweg im Obergurgler Zirbenwald.
Einkehr/Unterkunft: Ramolhaus, 3006 m: DAV, Ende Juni bis Mitte September, 62 Schlafplätze, Tel. +43 5256 6223, www.edelweiss-gurgl.com bzw. www.dav-hamburg.de.
Karte: freytag & berndt WK 251 Ötztal - Pitztal - Kaunertal - Wildspitze, Wanderkarte 1:50.000

Höhenprofil Gahwinden

Höhenprofil Ramolhaus © Rother Bergverlag

Und gleich mal zum Klettersteig und der Nepalbrücke

Obwohl Obergurgl eigentlich ein touristischer Hotspot ist, sind öffentliche Parkplätze im Ortskern jedoch eher Mangelware. Zum Glück konnten wir aber einen direkt vor der Kirche ergattern (gebührenpflichtig, 8€ Tageskarte) und sogleich unsere Tagestour starten.

Von der Kirche aus folgen wir den Wegweisern, die uns nach kurzer Gehzeit zum Klettersteigeinstieg führen. Schon jetzt lässt uns der Anblick der gewaltigen Nepalbrücke, welche gleich zu Beginn über die reißende Gurgler Ache führt, ein klein wenig den Atem stocken.

Nachdem wir diese „kleine Mutprobe“ überwunden haben, geht es in einem stetigen auf und ab mit einigen kurzen steileren Passagen durch den Klettersteig. Das Überqueren zweier Seilbrücken im letzten Drittel des Steiges, ist für uns eine weitere spaßige Abwechslung, in dem wirklich sehr gelungenem Klettersteig.

Kurz vor dem Ausstieg gelangen wir dann an die Schlüsselstelle (D). Nach ca. 4 sehr steilen Metern haben wir es dann schon fast geschafft und gelangen über die Schlusswand auf die schöne Bergwiese am Ausstieg, wo wir unser erstes kleines Päuschen einlegen.

Die Nepalbrücke über die Gurgler Arche

Blick durchs Tal

Die Mädelsrunde

Ein nettes Bankerl mit Ausblick

Einkehr im Ramolhaus

Nachdem das Klettersteigset wieder gut verstaut ist, machen wir uns sogleich los und wandern wir in angenehmer Steigung auf dem sonnseitig gelegenen Ramolweg nach oben. Schon bald erreichen wir eine erste Abzweigung (Beilstein), welche wir jedoch ignorieren, um auf dem super angelegten und nicht schwierig zu begehendem Bergpfad zu bleiben. Vorbei an Wollgraswiesen, welche ein Zeichen von feuchten und moorigen Gegenden sind, und dem Blick zum Gurgler Ferner geht´s weiter zur aufgelassenen Küppelealm.

Wer hier seine Blicke schweifen lässt, genießt eine schöne Aussicht in das gegenüberliegende Rotmoostal. Stets Richtung Gurgler Ferner blickend steigt der Bergpfad nun unter den Südwänden des Ramolkogels wieder etwas steiler an. Immer höher, immer weiter geht´s über diverse Bachläufe und Blockschutt und an den vereinzelt in Hängen grasenden Schafen stetig nach oben bis uns dann endlich unser Ziel, die auf einem Felsen majestätisch thronende Ramolhütte ins Auge sticht. Jetzt scheint es nicht mehr weit. Dachten wir zumindest. :-)

Gegen Ende des Aufstiegs gehen wir nochmals über einen markanten Rechtsknick, und schon sind wir auch schon da. Der große Radler und die wirklich sehr schmackhaften Spinatknödel mit geriebenem Parmesan und Salat inklusive dem gewitztem Hüttenwirt waren den doch recht langen Aufstieg allemal wert. Das Panorama auf die umliegenden Gipfel, dem Gurgler Ferner und Langtaler Ferner sind einfach eine Augenweide!

Das Ramolhaus

Ausgiebige Stärkung auf dem Ramolhaus

Ein kleiner Bergsee

Weiter geht's über die sehr beeindruckende Piccard Brücke

Nach ausgiebiger Stärkung verabschieden wir uns und machen uns auf den Rückweg. Wir folgen dem Aufstiegsweg und verlassen bei der ersten Abzweigung, welche zur Piccard Brücke führt, den Pfad. Der Weg zur Hängebrücke zieht nun über die steilen Bergwiesen talwärts. Der Blick auf den Gletscher und das Gletschervorfeld ist wirklich beeindruckend! Aber nicht nur das. Auch der gewaltig schön marmorierte Gletscherschliff ist eine echte Augenweide!

Nun sind wir schon fast unten angelangt, denn von hier aus kann man bereits auf die Brücke und den Gegenanstieg auf der anderen Talseite schauen. Über glatte, plattige Felsen, welche dank Trittbügel, Gittern und Seil gut versichert sind, gelangen wir schließlich an die wirklich sehr beeindruckende Piccard Brücke. Sacht schwingend überschreiten wir die 142 m lange und 100 m über die Schlucht führende Brücke und blicken dabei runter in die atemberaubende Ache. Kaum zu glauben, dass bis vor 30 Jahren hier noch das Eis geflossen ist.

Weiter geht's zur Piccardbrücke

Auf der Piccardbrücke

Vorbei an rot-braun-ockerfarben schimmernden Felsen

Ein langer, schöner Wandertag neigt sich dem Ende zu!

Drüben angekommen, steigen wir über in rot-braun-ockerfarbenen schimmernden Felsen wieder auf gut markiertem Pfad bergauf. Nicht mehr ganz so steil im Aufstieg kommen wir an eine Weggabelung die uns entweder rauf zum Hochwildehaus oder, wo wir ja hinwollen, zur Langtalereckhütte führt. In vielen, zum Teil versicherten Kehren, geht’s nun einen steilen Hang hinunter ins Langental, von wo aus wir bereits die Hütte von Weitem sehen können. Unten angekommen queren wir über eine Stahlbrücke den Gletscherbach, um dann nochmals in einem leichten Anstieg zur Hütte zu gelangen.

Da laut Wetterbericht ein stärkeres Gewitter gemeldet wurde, entschließen wir uns dazu, den Apfelstrudel sausen zu lassen und auf direktem Wege nach unten zu gehen. Wir folgen also der langen und doch ziemlich langweiligen Hüttenzufahrt talauswärts. Mit Blick auf die Stubaier Gipfel geht’s dann an einem kleinen Zollhäuschen, einer Kapelle und einer Almütte vorbei Richtung Schönwieshütte. Immer das Wolkenbild im Auge, gehen wir auch an dieser sehr ansprechenden Hütte weiter. Nach der Brücke verlassen wir den Fahrweg und zweigen links, in den Zirbenwaldweg ab, welcher uns an den Rotmooswasserfall vorbei über schöne Pfade zurück zum Ausgangspunkt bringt.

Alles im Allen, war diese Bergtour mit ca. 8h Gehzeit zwar recht lang, aber mit all den damit gewonnen fantastischen Eindrücken u+nd Ausblicken allemal wert!

Die Langtalereckhütte

Immer wieder ein schöner Ausblick

Vorbei an einer Almhütte Richtung Schönwieshütte