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Mai 06, 2021

Unsere 3 Lieblingswandertouren im Weserbergland

Heute wollen wir euch drei Wandertouren in der Märchenlandschaft im Weserbergland aus dem gleichnamigen Rother Wanderführer vorstellen: (1) An Holzape und Diemel, (2) Rund um den Schiedersee und (3) Im nördlichen Ith.

Das Weserbergland ist die Märchengrube Deutschlands, eine Region der Fabeln, Mythen und Legenden. Dr. Eisenbart in Hann, der Lügenbaron Münchhausen aus Bodenwerder und der Rattenfänger von Hameln sind die bekanntesten Figuren aus der reichen Sagenwelt. Im Reinhardswald steht das Dornröschenschloss der Gebrüder Grimm und die Hämelschenburg gilt als Heimat der Frau Holle.

 

Tour 1: An Holzape und Diemel

Von Trendelburg zum Wasserschloss Wülmersen

 

Mit der Diemel erhält die Weser ihren ersten größeren Zufluss, immerhin mehr als 100 Kilometer lang. Einen kleinen, romantischen Abschnitt lernen wir am Westrand des Reinhardswaldes kennen, wozu auch die stattliche Burg Trendelburg sowie das Wasserschloss Wülmersen beitragen. Besonders lauschig wirkt nicht zuletzt das Tal der Holzape, die bei Wülmersen wiederum in die Diemel mündet. Naturkundlich Interessierte werden auch die sogenannten Wolkenbrüche in die Tour einbinden. Es handelt sich um Erdfälle, die durch Grundwasserlösung von Zechsteinschichten entstanden sind. Im Nassen Wolkenbruch hat sich ein See gebildet – daher die namentliche Unterscheidung.

© Rother Bergverlag: Höhenprofil


Dauer:
4.00 h

Ausgangspunkt: Trendelburg, Parkplatz bei der Diemelbrücke, ca. 120 m. Busverbindung Richtung Bad Karlshafen und Hofgeismar.
Anforderungen: Im Ablauf kommen unbefestigte Waldwege, Wirtschaftswege in der Feldmark, Forststraßen und schließlich ein teils asphaltierter Radweg vor. Abschnittsweise mit N bzw. T4 bezeichnet, zudem einige Wegschilder. Insgesamt verhältnismäßig flache Tour, aber nicht ganz kurz.
Einkehr: Trendelburg (Landgasthaus Textor, Gasthaus Brandner, Hotel Burg Trendelburg, Café in der Mühle), Wülmersen (Café Mehlschwalbe).
Varianten: Abkürzung Richtung Holzape, ohne die beiden Wolkenbrüche.
Tipp: Burg Trendelburg mit dem Rapunzelturm.

© freytag & berndt: Karte Trendelburg

 

Wir starten in Trendelburg (1) unweit der Diemelbrücke, beim ehemaligen Bahnhof der Carlsbahn, schlagen vor der modernen Kirche die Straße Schaarbusch ein und zweigen in der Schönen Aussicht mit Bezeichnung »N« scharf nach rechts ab. Der Weg führt oberhalb der Häuser entlang, bevor wir mit einem Linksknick aufwärts den Trockenen Wolkenbruch (2) ansteuern. Der Weiterweg zum östlich gelegenen Nassen Wolkenbruch (3) dauert nur eine Viertelstunde. Man kann den Erdfalltrichter umrunden. Am besten gehen wir dann am Feldrain entlang noch ein Stück weit ostwärts, stoßen auf einen Grasweg und jenseits der nächsten Wiese auf eine asphaltierte Trasse. Auf dem Weg gen Norden zum Waldrand hin bleibt ein Gehöft links liegen. Dort angekommen kann man sich nach rechts oder links wenden, um nach jeweils 400 bis 500 Meter etwas steiler Richtung Holzapetal (4), ca. 160 m, abzusteigen.

Es bestehen also zwei Möglichkeiten. Das idyllische Tälchen wird nun in seinem gewundenen Verlauf durchwandert. Später wechseln wir mit der Markierung N auf die rechte Seite, passieren in offenerem Gelände ein einzelnes Anwesen sowie die Forellenteiche und erreichen damit Wülmersen (5) – mit kurzem Abstecher zum Wasserschloss, ca. 114 m. Den Rundenschluss vollziehen wir am Diemelradweg. Dieser kommt dem Flüsschen teilweise ganz nah, durchquert zwischendrin den Deiseler Tunnel der ehemaligen Carlsbahn (Achtung: nur zwischen April und Oktober offen, ansonsten fällt außen herum ein zusätzlicher Kilometer an) und gehen die letzten großen Bögen zurück nach Trendelburg (1) aus.

© Mark Zahel: Zum Wasserschloss Wülmersen unternehmen wir einen kurzen Abstecher.© Mark Zahel: Wundervolle Szenerie an der Diemel.© Mark Zahel: Wundervolle Szenerie an der Diemel.

 

Tour 2: Rund um den Schiedersee

Bequeme Uferpromenade am Stausee im Lippischen Bergland

 

Die im Eggegebirge entspringende Emmer durchfließt auf ihrem Weg zur Weser bei Schieder einen Ende der 1970er-Jahre angelegten Stausee. Genauer gesagt »durchfloss«, denn wegen starker Verlandungstendenzen wird der Fluss mittlerweile seitlich vorbeigeleitet. Abgesehen vom Hochwasserschutz ist die Funktion als Freizeit- und Naherholungsgebiet bedeutsam. Am Emmerstausee kann Wassersport betrieben werden, sommers verkehrt ein kleines Ausflugsschiff, es gibt einen Freizeitpark und lauschige Plätze ziehen regelmäßig Angler an. Und natürlich kann der acht Kilometer lange Seeuferweg abgelaufen werden – eine bequeme Wanderpromenade im Rahmen unserer Tourenauswahl.

© Rother Bergverlag: Höhenprofil Rund um den Schiedersee


Dauer:
2.15 h

Ausgangspunkt: Schieder, Parkplatz beim Schloss, ca. 135 m, oder beim Bahnhof. Schieder liegt an der Strecke zwischen Hameln und Paderborn.
Anforderungen: Ganz leichte Wanderung ohne wesentliche Höhenunterschiede, dabei überwiegend komfortabel trassiert, oft auch Hartbelag (am Nordufer durchgängig).
Einkehr: Café Restaurant Breitengrad, Moses Hütte, Café Restaurant SeeTerrassen, weitere im Ortsgebiet von Schieder.
Tipps: 1. Oberhalb von Schieder befindet sich auf einer Waldkuppe der Kahlenbergturm, erreichbar in gut 30 Min. Sehenswert ist der mittelalterliche Ortskern mit seinen Gassen und Fachwerkhäusern im 6 km entfernten Schwalenberg. Man sollte dabei auch kurz am Hang Richtung Burg hinaufwandern, um den sogenannten »Grafenblick« zu erhaschen.

 

© freytag & berndt: Karte Schiedersee

 

Wir starten im Schlosspark von Schieder (1) und orientieren uns zum Freibad am Westende des Schiedersees, um den südseitigen Seeuferweg einzuschlagen. Zunächst geht es promenadenartig Richtung Familienpark Funtastico und Freizeitzentrum mit dem Schiffsanleger (2), 120 m. Einige Minuten werden noch in dieser Weise absolviert, ehe ein Abschnitt auf naturbelassenem Weg bevorsteht. Man kommt auf eine Straße und zwischendurch nochmals auf einen Pfad, vorbei am Aussichtssteg Süd (3). Wo die L614 direkt parallel verläuft, passieren wir einige urwüchsige Seeinseln, gehen dann den Bogen um ein Waldstück aus und erreichen einen kleinen Parkplatz am Ostende des Sees.

Nun über die Staumauer (4) hinweg und bei Moses Hütte auf den geteerten Norduferweg. Während der Ort Glashütte rechts abseits bleibt, können wir eine Viertelstunde später vom Aussichtspunkt Nord (5) eine leicht erhöhte Perspektive einnehmen. Die restliche Strecke weist keine Besonderheiten mehr auf. An einem verlassenen Industriegebäude vorbei nähern wir uns den SeeTerrassen sowie dem Bahnhof. Die hölzerne Brücke über die Emmer war zuletzt abgebaut – daher überqueren wir ein paar Schritte weiter die Straßenbrücke und schließen den Kreis im Kurpark bei Schloss Schieder (1).

 

© Mark Zahel: In der warmen Jarheszeit wird der Tourismus mit einem Ausflugsschiff aufgepeppt.

 

  

Tour 3: Im nördlichen Ith

Rundtour von Coppenbrügge zum Ith-Turm

 

Der auffallend lang gestreckte Höhenzug des Ith erfreut sich bei Wanderern großer Beliebtheit. An seinen Steilhängen weithin mit Felsklippen durchsetzt, lockt er sogar Kletterer an. Lauschige Pfade und verwunschene, sagenumwobene Fleckchen verleihen Streifzügen hier ein besonderes Flair. So soll es an der Teufelsküche in grauer Vorzeit sogar einen heidnischen Kultplatz gegeben haben. Dieser Vorschlag konzentriert sich auf den nördlichen Bereich, der von Coppenbrügge aus in einer großzügigen Runde erkundet werden kann. Dabei steigen wir zunächst steil zum Kammweg auf, finden nach einer Weile mit dem Aussichtsturm am Krüllbrink das hauptsächliche Ziel und drehen kurz vor der Lauensteiner Platte in die entgegengesetzte Richtung ab, um den Ith nun an seiner Ostflanke zu traversieren. Auch hier warten noch schöne Passagen am Saum zwischen Wald und Feldflur, sodass man mit dieser gut ausgefüllten Tagestour vollauf zufrieden sein kann.

 

© Rother Bergverlag: Höhenprofil Im Nördlichen Ith

 

Dauer: 5.30 h
Ausgangspunkt: Bahnhof Coppenbrügge, ca. 145 m, an der Linie zwischen Hildesheim/Elze und Hameln/Löhne. Wer mit dem Auto anreist, kann vorteilhaft beim Hotel Felsenkeller starten (Parkplatz).
Anforderungen: Der größere Teil der Route verläuft auf Naturwegen, bis zum Ithkamm teilweise ziemlich steil, längere Abschnitte eher schmal. Elementare Trittsicherheit vorteilhaft. Ausdauer für eine schon recht ausgedehnte Tour. Orientierung bis Lauensteiner Platte problemlos, beim Rückweg verlangen einige kleinräumige Richtungswechsel Aufmerksamkeit.
Einkehr: Gaststätten in Coppenbrügge (Imbiss am Bahnhof, Felsenkeller, Jägerkrug, Restaurant Bulut).
Varianten:
1. Zum Ithkamm auch auf der Route des Ith-Hils-Weges, der direkt zur Felsformation Adam & Eva ansteigt (etwas kürzer).
2. Bei Wegpunkt 7 links aufwärts und auf kürzerer Linie, aber mit etwas mehr Höhenunterschied zurück nach Coppenbrügge.
Tipps:
1. Von der Lauensteiner Platte kann die Ith-Längsüberschreitung fortgesetzt werden. Man stößt nach einer Weile auf die im Kapitel 50 beschriebene Route.
2. Den mehrtägigen Ith-Hils-Weg findet man komplett und detailliert im Rother Wanderführer »Südniedersachsen«.

© freytag & berndt: Karte Lauenstein

 

Vom Bahnhof in Coppenbrügge (1) geht es zunächst zum Hotel Felsenkeller in der gleichnamigen Straße und weiter aufwärts zum Waldrand, wo man auf den Ith-Hils-Weg stößt. Anstatt diesem Richtung Ithkamm zu folgen, sei links haltend eine andere Route empfohlen, die an der geheimnisvollen Teufelsküche und dem felsigen Fahnenstein (2), ca. 360 m, vorbeiführt. Es ergibt sich ein schöner Rückblick auf Coppenbrügge. Der schmale Pfad schließt zum Ithkamm auf und flacht dort ab, bleibt aber ähnlich urwüchsig. Nach einer Weile passieren wir die Felsformation Adam & Eva (3), ca. 390 m, wo sich der Ith-Hils-Weg dazugesellt.

Auch im weiteren Verlauf tauchen auf der rechten Seite immer wieder Klippen auf, besonders markant etwa am Mönchsstein. Der Kammweg schlängelt sich reizvoll durchs Gelände und steuert den Ith-Turm auf dem Krüllbrink (4), 439 m, an. Das großzügige Weserbergland-Panorama ist wohl das gefühlte Highlight der Tour; direkt am Fuß des Berges liegt das Dorf Bisperode. Ähnlich geht es in südlicher Richtung weiter. Wir tangieren den großen Steinbruch an seinem oberen Rand und stoßen dann auf eine breite Forststraße, die Richtung Lauensteiner Platte (5), ca. 290 m, hinunterführt.

Kaum 200 Meter vor der Straße (L425) scheren wir allerdings vom Ith-Hils-Weg links aus und folgen einer Forststraße, die einige Kurven vollzieht und nun in Grundrichtung Norden führt. Bei einer Schranke heißt es aufpassen (6): Wir zweigen links zum nahen Lauenteich ab und gelangen mit dieser kleinen Querverbindung zu einem anderen Forstweg, wenden uns bergwärts und dann sofort nach rechts. Dort steht das Schild »Am Apken Berg«. Der Naturpfad mündet nach einem markanten Linksbogen in eine breitere Trasse, wo das Symbol des Kansteinweges (weißes Dreieck auf schwarzem Grund) sowie das Kürzel SA1 auftauchen. Damit nun zu einer großen Freifläche, die zwischen den Wiesen nordwärts Richtung Stieghagen (»14 Eichen«) durchquert wird. Bald darauf gabelt sich die Route (7), 194 m.

Obwohl Coppenbrügge links aufwärts ausgeschildert ist, bevorzugen wir den Waldrandweg außen herum. Nach nur 200 Metern vom Hartbelag links abzweigend ins Gehölz und dort auf einem Teilstück etwas schmal und verwachsen dahin. Der Weg wird aber mit Einmündung in einen Forstweg bald besser. Kurz darauf nehmen wir den von Lauenstein kommenden Ith-Hils-Weg auf und folgen diesem stets in Nähe zur offenen Feldflur um den Hohenstein herum. Oberhalb von Marienau sind wieder schöne Pfadabschnitte dabei. Nach einem kleinräumigen Links-rechts-Verlauf oberhalb des Krankenhauses ziehen parallele Wege ins freie Gelände hin­unter. Wir verlassen also hier den Ith-Hils-Weg (8), ca. 200 m, treffen in der Ithstraße ein und vollenden die Tour beim Bahnhof Coppenbrügge (1). Wer indes beim Hotel Felsenkeller gestartet ist, quert noch ein bisschen weiter und hat dann nur noch einen kurzen Abstieg vor sich.

 

© Mark Zahel: Diese markante Felsformation ist unter den Namen Adam & Eva bekannt© Mark Zahel: Am Krüllbrink liegt uns das Dorf Bisperode zu Füßen© Mark Zahel: Der Ithturm zählt zu den beliebtesten Anlaufpunkten

 

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© Titelbild: Anna-Lea Welz_Adobe