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Mai 28, 2020

Einmal auf den Großglockner - Ein Tourenbericht von Daniel Kubera

Der Großglockner ist mit 3.798 Meter Österreichs höchster Berg und absolut zu Recht Sehnsuchtsziel vieler Alpinisten. Einmal auf dem Gipfel zu stehen, ist ein unvergessliches Abenteuer, das man nicht so schnell vergisst. Dabei ist der „schwarze Berg“ für trittsichere, schwindelfreie und konditionsstarke Gipfelaspiranten mit einem Bergführer gar nicht so unerreichbar.

Bitte versteht mich nicht falsch, der Weg ist alles andere als ein Spaziergang. Vielmehr ist der Großglockner eine ernst zu nehmende hochalpine Herausforderung. Man muss aber kein Berufsbergsteiger sein, um mit der richtigen Vorbereitung einmal auf dem Gipfel stehen zu dürfen. Etwas Klettererfahrung, Übung im Gehen mit Steigeisen und Kondition für 1.500 Höhenmeter im Auf- und 1.900 im Abstieg vorausgesetzt. Für Anfänger ist ein Hochtourenkurs zur Vorbereitung sicher empfehlenswert. Dort lernt man das nötige Rüstzeug, um mit Spaß und vor allem sicher rauf und wieder runterzukommen!

Das Abenteuer Großglockner beginnt


großglockner-zustieg
Großglockner Zustieg © daniel kubera

 

Wir parken unser Auto beim Lucknerhaus in Osttirol. Von hier aus kann man sich dem schwarzen Riesen nur noch zu Fuß nähern. Also ein letzter Ausrüstungscheck, Rucksack geschultert und voller Motivation Richtung Talschluss losmarschiert. Zunächst geht es gemütlich über einen malerischen Wanderweg durch die beinahe schon urzeitlich anmutende Landschaft hoch zur Stüdlhütte, wo wir unseren Bergführer des Vertrauens treffen.

Hier beginnt auch der alpine Teil der Tour. Der Wanderweg wird zusehends enger und steiler. Wir erreichen den Gletscher, den wir angeseilt queren und erklimmen schließlich über einen kurzen Klettersteig und eine kleine Steilstufe nach insgesamt rund fünf Stunden die Adlersruhe, auf der mit der Erzherzog-Johann-Hütte die höchste Schutzhütte Österreichs thront. Ein beinahe unechter Anblick. Allein einmal hier – auf 3.454 Meter Seehöhe – zu schlafen und den Sonnenuntergang inmitten dieser hochalpinen Landschaft zu genießen, ist ein Abenteuer für sich. Nach einem feinen Abendessen heißt es dann früh ins Bett, schließlich müssen wir morgen vor Sonnenaufgang aus unseren Hüttenschlafsäcken.

 

Erzherzog-Johann-Hütte

Erzherzog-Johann-Hütte © daniel kubera

Die 2. Etappe zum Gipfel


Nach einer unruhigen Nacht im Matratzenlager und einem kleinen Frühstück geht es endlich los. Im Schein unserer Stirnlampen stapften wir andächtig durch die Dunkelheit Richtung Gipfel. Es ist totenstill, ich höre nur das Knirschen unserer Steigeisen im Schnee. Der Gedanke, mitten in dieser beeindruckenden Bergwelt auf über 3.500 Meter unterwegs zu sein, beeindruckt mich immer wieder. Langsam aber doch färbt sich der Horizont rot. Kurz darauf kämpfen sich die ersten Sonnenstrahlen über die umliegenden Gipfel und treffen wärmend auf mein Gesicht. Erst jetzt erkenne ich, dass wir uns hoch über der Wolkendecke befinden. Ein beeindruckendes Panorama eröffnet sich, während wir das sogenannte Glocknerleitl steil auf einen Sattel hochsteigen.

 

Spätestens ab hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Über einen plattigen und stellenweise ausgesetzten Grat geht es Richtung Gipfel. Ich bin froh, am Seil unseres Bergführers zu sein. So muss ich mir diesmal keine Gedanken übers Sichern machen und kann den Aufstieg entlang des Grats mit seinen luftigen Tiefblicken umso mehr genießen. Noch eine letzte, etwas steilere Kletterstelle und plötzlich steht es da: das Gipfelkreuz des Großglockners. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, wir sind mitunter die Ersten am Gipfel und die innere Euphorie bahnt sich in einer kleinen Freudenträne verpackt ihren Weg nach außen. Natural High. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben und glaube auch nicht, dass man es verstehen würde, wenn man nicht selbst hier oben steht und das Panorama auf sich wirken lässt.

Großglockner Sonnenaufgang

Großglockner Sonnenaufgang © daniel kubera

Zurück geht es mit etwas Gegenverkehr entlang des Aufstiegswegs. Zuerst die 350 Höhenmeter zur Adlersruhe und dann nach einer kurzen Pause die restlichen 1.500 zum Lucknerhaus. Ziemlich erledigt, aber überglücklich blicke ich hinauf zum Großglockner und gleichzeitig zurück auf die letzten 48 Stunden. „Was für ein Erlebnis ...“, höre ich mich leise murmeln, wie ich meinen Rucksack im Kofferraum verstaue und die Klappe zuhaue.

Die beste Zeit den Großglockner zu besteigen ist übrigens von Mitte Juni bis Mitte Juli, sowie Mitte September bis Mitte Oktober.

Mehr Bergabenteuer von Daniel findet ihr auf seinem Blog bzw. Instagram und Facebook.

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