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Februar 19, 2021

Die besten Schneeschuhwanderungen im Allgäu

Heute wollen wir uns dem Allgäu zuwenden, wo man wieder einatmen, ausatmen und vor allem aufatmen kann. Schneeschuhtouren gibt’s dort auch ganz gute. Ulf Streubel und Matthias Schopp haben hier die besten aus dem Rother Schneeschuhführer Allgäu für euch ausgewählt: Panoramaweg zum Burgkranzegger Horn, von Schattwald auf den Ponten und zum Gamsfuß.

Panoramaweg zum Burgkranzegger Horn, 1150 m

Einsteigerrunde zum Genießen

Das Burgkranzegger Horn ist die höchste Erhebung zwischen dem Rottachsee und dem Grüntensee. Der dem überwiegend bewaldeten Gipfel nordöstlich vorgelagerte sanfte Kamm, über den unser Panoramaweg verläuft, stellt eine der einfachsten Touren dieses Buches und gleichzeitig den idealen Einstieg ins Abenteuer Schneeschuhwandern dar. Man sollte lediglich auf vernünftiges Wetter warten, denn die kleine Runde lohnt sich nur bei guter Sicht. Besonders schön ist die Tour, wenn die Winterlandschaft frisch eingeschneit ist. Dann kann man sogar eine eigene Spur durch den tiefen Schnee zum Gipfel des Burgkranzegger Horns ziehen.

 

© Rother Bergverlag

 

Ausgangspunkt: Mittelberg (Gemeinde Oy-Mittelberg), 1035 m, kostenlose Parkmöglichkeiten an der Kirche.
ÖPNV: Nach Mittelberg keine Busverbindung, Bahn Kempten-Reutte bis Bahnhof Oy-Mittelberg, von dort 2 km, 0.40 Std.
Anforderungen: Sehr einfache Schneeschuhwanderung, WT1.
Orientierung: Jederzeit markierte und einfach aufzufindende Wegführung.
Hangrichtung: Südwest, Nordost.
Lawinengefährdung: Nicht lawinengefährdet.
Einkehrmöglichkeit: Unterwegs keine, einige Möglichkeiten gibt es allerdings in Mittelberg.

 

© freytag & berndt

 

Vom Parkplatz an der 1453 erbauten Pfarrkirche St. Michael in Mittelberg (1), 1035 m, wandern wir auf der geräumten Straße nach Nordosten und steuern auf die gut sichtbare, mehrere Meter hohe Aussichtsbank zu. Auch wenn die Bank nicht bestiegen werden kann, haben wir eine schöne Sicht zum Säuling und zur Zugspitze. Ab hier flanieren wir auf der Kammhöhe, an weiteren Stationen des Panoramaweges vorbei, zum Aussichtspunkt Steinmeile (2), 1092 m, mit Panoramatafel. Weiter geht es nach Westen über sanfte Kuppen zum gesponserten »Weitblick-Hock« und kurz darauf hinab zu einer Wegkreuzung. Den 1,5 km langen Abstecher zum Burgkranzegger Horn (3), 1150 m, lassen wir uns nicht entgehen, auch wenn die Aussicht vom Gipfelkreuz durch starken Waldbewuchs nach drei Seiten verdeckt ist. Zurück an der Wegkreuzung wählen wir den etwas unterhalb der Kammhöhe verlaufenden Weg, der uns an die ersten Häuser von Mittelberg führt. Oberhalb des Ortes kommen wir schnell zurück zur Kirche.

 

Von Schattwald auf den Ponten, 2044 m

Klassischer Aufstieg durch das Pontenkar

 

Das Pontenkar (nicht zu verwechseln mit dem östlich gelegenen Pontental) vermittelt eine der schönsten und am häufigsten durchgeführten Wintertouren des Tannheimer Tals. Während der untere Teil ohnehin bereits von Pisten­skifahrern des Wannenjoch- und Stuibenliftes genutzt wird, ist auch der obere, noch ursprüngliche Bereich regelmäßig stark frequentiert. Mit Schneeschuhen sind allerdings nur die wenigsten unterwegs. Während aber für die meisten Tourenskifahrer im Sattel zwischen Bschießer und Ponten das Ende des Aufstiegs erreicht ist, ist der langgezogene Gipfelgrat recht schneeschuhfreundlich. Lediglich für den felsigen Übergang zum vier Meter tiefer gelegenen Kreuzgipfel müssen die breiten Treter deponiert werden.

 

© Rother Bergverlag

 

Ausgangspunkt: Schattwald, Parkplatz Wannenjochbahn, 1090 m, gebührenpflichtig.
ÖPNV: Bus Linie 48 (Sonthofen-Oberjoch-Wertach), in Oberjoch umsteigen, weiter mit Bus Linie 120 (Oberjoch-Reutte) Haltestelle »Schattwald Dorfplatz«, von hier 5 Min. zum Parkplatz.
Anforderungen: Mittelsteiler Aufstieg (WT3) mit einer anspruchsvollen Steilstufe (WT4) kurz unter dem Sattel, Gipfelgrat oft abgeblasen, Übergang zum Kreuzgipfel kurze leichte Kletterei (I), exponiert, eventuell Grödeln mitnehmen.>
Orientierung: Einfache Orientierung, zudem fast immer gespurt.
Hangrichtung: Nord.
Lawinengefährdung: Im Pontenkar gelegentlich lawinengefährdet.

 

© freytag & berndt

 

Am südlichen Ende des Parkplatzes an der Talstation der Wannenjochbahn (1), 1090 m, beginnt ein schmaler Weg, der uns sogleich über eine kleine Brücke führt. Dann entweder am Rande der Stuibental-Skipiste (etwas länger) oder gleich rechts direkt durch den zeitweise steilen Wald nahe der Geländekante auf einen breiten Alpweg, P. 1313, und weiter in nur mehr geringer Steigung zur großen Hütte der Stuibensennalpe (2), 1403 m. Wir steigen schräg links haltend die mit Buschwerk und kleinen Latschen bestockten Hänge hinauf ins Kar. Auf ca. 1700 m verflacht das Gelände vorübergehend. Den letzten und steilsten Hang zur Scharte, 1910 m, zwischen Ponten und Bschießer gehen wir von rechts an. Bei schlechten Verhältnissen sind an dieser Stelle Grödeln zu empfehlen. Unschwierig verläuft der Weiterweg von der Scharte über den Westgrat auf den Ponten (3), 2044 m. Der Übergang zum Kreuzgipfel erfordert zwar nur wenige Minuten, kann aber bei Vereisung oder Neuschnee heikel sein. Der Abstieg erfolgt auf unserer Aufstiegsroute.

 

 

Zu dieser Tour empfehlen wir unsere Wanderkarte Tannheimer Tal im Maßstab 1:35 000.

 

Zum Gamsfuß, 1990 m

Dolomitenfeeling im hintersten Kleinwalsertal

Der 1990 m hohe Gamsfuß oberhalb des Bärgunttals gehört zu den klassischen Skigipfeln im Allgäu. Orientierungsschwierigkeiten sind auf den von Tourengehern belebten Hängen daher selten zu befürchten. Wenngleich der Gipfel kein Berg im eigentlichen Sinne, sondern lediglich eine Schulter im Heiterberg-Nordgrat ist, so lohnt sich seine Besteigung doch vor allem wegen der eindrucksvollen Felsszenerien oberhalb leuchtend weißer Steilflanken, die uns auf der gesamten Route geboten werden: Bärenkopf, Kleiner und Großer Widderstein, Höferspitze, Weißer Schrofen, Heiterberg und Älpeleskopf – herrliche Gipfel, deren Überschreitung im Sommer kletter- und berg­erfahrenen Allgäu-Fans vorbehalten ist. Auf dem Rückweg gehört ein Einkehrschwung auf der gemütlichen Bärgunthütte bereits zum Wellness-Programm der heutigen Halbtagestour.

 

© Rother Bergverlag

 

Ausgangspunkt: Parkplatz Baad, 1220 m, gebührenpflichtig.
ÖPNV: Bus Linie 1 (Oberstdorf-Baad) Haltestelle »Baad«.
Anforderungen: Bis zur Bärgunthütte planierter Winterwanderweg (WT1), danach teilweise steiler Aufstieg bis WT3, zum Schluss kurz, aber herzhaft bis WT4.
Orientierung: Bis Bärgunthütte unschwierig, auch danach fast immer gespurte Route, ohne Spuren nach der Stierlochalpe kurz anspruchsvoller.
Hangrichtung: Nord und Ost.
Lawinengefährdung: Bei hoher Lawinengefahr wird das Bärgunttal behördlich gesperrt, für die Steilstufen müssen auch sonst sichere Bedingungen herrschen. Vorsicht vor Wechten am Gipfelgrat.
Einkehrmöglichkeit: Bärgunthütte, 1391 m, von ca. 20. Dezember bis Ostern geöffnet, Dezember und Januar 10 – 16 Uhr, Februar bis April 10 – 17 Uhr; Do. Ruhetag, www.baergunthuette.de. Die beiden Wege zur Hütte werden ständig geräumt. Div. Möglichkeiten in Baad.

 

© freytag & berndt

Wir verlassen den Parkplatz Baad (1), 1220 m, auf dem stets geräumten Hüttenweg zu einer ersten Weggabelung, an der sich die beiden Hüttenwege trennen. Für den Aufstieg wählen wir die direkte Route zur Bärgunthütte (2), 1408 m, die am Morgen der Kälte strotzend ein idyllisch-einsames Bild abgibt. Wenige Minuten später zweigt nach einer Brücke und einem Materiallift rechts unsere Tour ab. Ohne Orientierungsschwierigkeiten folgen wir dem durchgehend sichtbaren Materiallift und den meist vorhandenen Spuren hinauf zur Stierlochalpe (3), 1562 m.

 

 

Vor der Alpe wenden wir uns nach Süden (links), steigen einen Wiesenhang diagonal empor und auf dem bewaldeten Rücken rechts hinauf in wiederum freies Gelände. Während hinter uns der Widderstein in den Himmel ragt, bestimmt welliges, offenes Terrain den Weiterweg bis auf knapp 1800 m. Nun gilt es, nach links einen ersten, über 30 Grad steilen Hang zu gewinnen, der uns in die Mulde unter dem Gipfelaufbau führt. In einem Rechtsbogen mühen wir uns schließlich den finalen Hang empor, der rechts eines Felsturms in einer Scharte endet. Von hier sind es noch wenige Schritte auf dem breiten Gipfelgrat zum Gamsfuß (4), 1990 m. Über die gleiche Route oder ab Bärgunthütte über die Widdersteinalpen (s. Tour 38) wandern wir zurück nach Baad (1).

 

 

 

Zu dieser Tour empfehlen wir unsere Wanderkarte Bregenzer Wald im Maßstab 1:50 000.

 

© Ulf Streubel und Matthias Schopp, Rother Schneeschuhführer Allgäu