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Juli 08, 2021

Alm- und Hüttenwanderung: Entlang der Tauplitzer Seenrunde auf die Leistalm

In unserem neuen Buch "Die 75 schönsten Alm- und Hüttenwanderungen" stellen wir euch die besten Touren mit Einkehrmöglichkeiten vorbei an den grünen Almlandschaften Österreichs vor. Ein wahrer Genuss für den Gaumen und die Augen! Heute geht es um eine Tour aus diesem Werk: auf die Leistalm entlang der Tauplitzer Seenrunde. Viel Spaß beim Wandern und gelegentlichem Abkühlen!

Entlang der Tauplitzer Seenrunde

Beschaulicher Almspaziergang

 

»Wegen seiner schönen Almen und Seekessel verdient dieses Gebirge den interessantesten Theilen des Todtengebirges beigezählt zu werden. Es ist ein der Wüste des Todtengebirges vorgelagerter, mit Seespiegeln und üppiger Vegetation reich geschmückter Garten, der Großartiges und Liebliches in seltener Weise vereinigt. Seine herrlichen Matten sind belebt von zahlreichen Sennhütten, deren Reinlichkeit und Nettigkeit auf angenehmste überrascht.«

 

So beschrieb Josef Rabl, Autor und Redakteur einer der ersten österreichischen Reisezeitschriften, am Ende des 19. Jahrhunderts die Tauplitzer Almen. Und hat damit in wenigen Worten den Reiz des Hochplateaus auf den Punkt gebracht. Dass »die Tauplitz«, wie sie vor Ort genannt wird, im 20. Jahrhundert zu einem der schneesichersten Skigebiete des Landes heranwachsen würde, konnte Rabl naturgemäß nicht wissen. Bis ins letzte Jahrhundert war die Alm ausschließlich über Säumerwege erreichbar, die das Stodertal mit dem Ennstal verbinden. So wussten nur die Bauern, die hier im Sommer ihr Vieh auftrieben und/oder sich im Winter als Wein- und Salzspediteure etwas dazuverdienten, von der Schönheit dieser Region.

Erst in den letzten Jahrzehnten entdeckten Wintersportler die Tauplitzalm für sich. Touristisch erschlossen ist heute vordergründig der Westen des Plateaus – je weiter man dem Grimming-Ursprung entgegenwandert, desto einsamer wird es. Ausdauernde Wanderer verbinden daher diese Tour mit der nächsten, indem sie über den Grimmingboden zu den Hütten in der Gnanitz absteigen. Doch auch die hier beschriebene, familiengerechte Runde gehört bereits zu den schönsten Touren, die das Salzkammergut zu bieten hat.

Der ständige Wegbegleiter © Martin Marktl

Entlang der Tauplitzer Seenrunde © serkat Photography_Adobe Stock

Tierische Begegnungen am Wegrand © Volker Loche_Adobe Stock

Karte Tauplitzer Seenrunde (zum Vergrößern bitte klicken)

  • Information: Tourismusverband Ausseerland – Region Tauplitz, Tel. +43 3688 2446, www.ausseerland.at.
  • Ausgangspunkt: Bergstation Tauplitzalm, 1633 m. Zufahrt über die Mautstraße (9,80 €/Pkw). Öffentliche Anfahrt mit dem Zug nach Bad Mitterndorf und weiter mit dem Bus auf die Alm (Fahrplan/Preise: www.alpenstrasse.at). Alternativ mit dem »Narzissenjet« zur Talstation Tauplitz und mit dem Sessellift auf die Alm (www.dietauplitz.com).
  • Weglänge: 14,1 km.
  • Höhenunterschied: 460 m.
  • Gehzeit: 4.30 Std.
  • Anforderungen: Familiengerechte Tour ohne Gefahrenstellen.
  • Kinder: Mit Kindern wird man sich wohl eher auf die westliche Hälfte der beschriebenen Tour konzentrieren – hier gibt es nicht viele Höhenmeter zu überwinden, und entlang der Seeufer gibt es für die Kleinen immer was zu tun. Auch die Runde mit dem Traktor-Zug, der zwischen den Almen verkehrt, ist bei Kindern sehr beliebt.
  • Kinderwagen: Die Wege zwischen Parkplatz und Steirerbankl (6) sind »Jogger«-tauglich.
  • Mountainbike: Abgesehen von der Auffahrt über die Mautstraße gibt es auf der Tauplitzalm keine MTB-Strecken. Rund um Bad Mitterndorf und Tauplitz Ort gibt es jedoch einige schöne Touren, so zum Beispiel die Grimming-Umrundung (70 km), ein Besuch auf der Viehbergalm (30 km) oder die Auffahrt über Wörschachwald zum Spechtensee (48 km).
  • Winter: Skigebiet mit gut gepflegten Winterwanderwegen bis zur Grazer Hütte. Zur (im Winter unbewirtschafteten) Leistalm einsame, jedoch wunderschöne Schneeschuhwanderung.
  • Gipfelmöglichkeiten: Mehrere Gipfeltouren rund um die Seen. Besonders gut in die Runde integrieren lässt sich ein Besuch am Roßkogel, 1890 m (Abzweigung kurz vor Erreichen der Leistalm, Abstieg auf dem Aufstiegsweg).
  • Variante: Von der Leistalm zur Interhütten-Alm (privat) und durch den Grimmingbachgraben hinunter zur Gnanitzalm. Lange, lohnende Tagestour.
  • Wanderkarte: freytag & berndt WK 082 Bad Aussee - Totes Gebirge - Bad Mitterndorf - Tauplitz, 1:50 000
  • Einkehr: Da die Leistalm nicht angefahren werden kann, müssen die Produkte des täglichen Bedarfs zur Hütte getragen werden. Wie schon in alten Zeiten setzt man beim kleinen, feinen Speiseangebot daher auf landwirtschaftliche Produkte, die auf einer Alm gut gelagert werden bzw. in der kleinen Hütte vor Ort erzeugt werden können.
    • Grazer Hütte: Anfang Juni – Ende Sept., Mitte Dez. – Ende März, 26 B, 26 L, Tel. +43 3688 29397, www.grazerhuette.at.
    • Trawenghütte: Pfingsten – 26. Okt., täglich geöffnet, keine ÜN, Tel. +43 664 9736 697.
    • Leistalmhütte: Mitte Juni – Mitte Okt., keine ÜN, Tel. +43 664 920 7730. Etliche Einkehrmöglichkeiten auf der Tauplitzalm, z. B. das Linzer Tauplitz-Haus: Mitte Juni – Mitte Okt., Anfang Dez. – Anfang April, 75 L, Tel. +43 3688 2315, www.linzerhaus-tauplitzalm.at.

 

Höhenprofil Glockturm

© Rother Bergverlag 

Wegbeschreibung

Beginn der Seenrunde vorbei am Märchensee, Großsee, Tauplitzsee und Steirersee

Von der Bergstation (1), 1633 m, führt ein breiter Weg nach Westen, der Weg rund um den Großsee lässt sich bereits ausmachen, bevor wir zu dem schönen Aussichtspunkt mit Rastbank (2), 1618 m, kommen, der sich südwestlich oberhalb des Sees befindet. Im Uhrzeigersinn gelangen wir ans Nordufer, wo sich ein kurzer Abstecher zum Märchensee (3), 1576 m, anbietet.

Dem Nordufer des Großsees entlang und weiter durch Almweiden gelangen wir zum Tauplitzsee (4), 1611 m, und zur östlich gelegenen Grazer Hütte (5), 1620 m. Stets Richtung Osten gelangen wir durch einen breiten Almboden zum Steirerbankl (6), 1620 m, von wo sich uns ein erster, herrlicher Blick auf den in Hochwald eingebetteten Steirersee bietet. Etwas weiter unterhalb befinden sich die Steirerseehütten, wo die Trawenghütte (7), 1554 m, zur Einkehr lädt.

Vorbei am Großsee beginnt ein perfekter Tourentag © Martin Marktl

Erste steirische Hütte am Salzsteigweg - die Leistalm © Martin Marktl

Gams auf der Tauplitzer Seenrunde © Markus_Adobe Stock

Vorbei an wunderschönen Seen und Almen hat man sich eine Einkehr verdient

Durch die Steirerseeleiten geht es in ständigem leichten Auf und Ab nördlich des Steirersees durch die Ausläufer der Tauplitzkare, die sich vom Großen Tragl zum Seebecken ziehen. Problemlos gelangen wir zum Schwarzensee (8), 1549 m, von dessen Ostufer uns noch weitere 10 Gehminuten vom Einkehrziel, der Leistalmhütte (9), 1647 m, (auch »Wia-dahoam-Hütte« genannt) trennen.

Der Rückweg folgt dem Hinweg, wobei der Steirersee auch auf der anderen Seite begehbar ist – dort führt der Weg nahe am Wasser an zwei kleinen Inseln vorbei, die nur einen »Sprung« entfernt sind …

Rund um den Tauplitzsee gibt es mehrere Einkehrmöglichkeiten (z. B. das Linzer Tauplitz-Haus (10), 1645 m) und ein Netz an Spazierwegen, die in den Rückweg zur Bergstation eingebaut werden können.

 

Titelfoto: © Daniela Knipper_Adobe Stock