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Herbstliche Weinwanderungen

Wenn im Herbst die Sonne die Weingärten in ein goldenes Licht taucht, dann beginnt die schönste Zeit für eine Wanderung in den österreichischen Weinbaugebieten. Vor allem Niederösterreich und die Steiermark bieten hier traumhafte Wanderungen um die letzten Sonnenstrahlen des Jahres aufzusaugen und Energie für den Alltag zu gewinnen.

 1. Auf den Spuren des Traminers

Traminerweg Klöch

Der Klöcher Traminer gehört zu den bekanntesten Weinen der Südoststeiermark und so wurde ihm zu Ehren auch ein eigener Themenwanderweg angelegt. Dieser führt durch die Weinberge der Marktgemeinde Klöch und bietet eine herrliche Landschaft, verbunden mit einem Einblick in die Weinerzeugung der Region. Die Strecke ist mit rund fünf Stunden Gehzeit relativ lang, kann aber in zwei Etappen unterteilt werden.
Ausgangspunkt ist die Vinothek am Kirchplatz von Klöch. Von hier führen Stufen hinauf in den Pfarrwald, durch den es bis zum 424 Meter hohen Seindl steil bergauf geht. Bei einem Aussichtspunkt gibt eine Informationstafel einen guten Überblick über die Region. Zwischen Weingärten und einem Waldstück wandert man nun weiter in Richtung Zaraberg. Man kommt bei einem stillen Teich vorbei, an dem sich ein geomantischer Kraftpunkt befinden soll. In Zaraberg findet sich außerdem etwas versteckt eine alte Pestsäule. Weiter geht es zum Klöchberg mit einer bemerkenswerten Aussichtsplattform. Der schön angelegte Weg führt nun durch die Weingärten in ein Waldstück, wo ein weiterer Kraftpunkt zum Innehalten einlädt. Durch Weinberge und Waldstücke wandert man von hier über den Muschkagraben und vorbei an einem alten Winzerhaus zurück zur Vinothek in Klöch.
Hier beginnt nun der zweite Teil des Traminerweges. Man marschiert zum Marktplatz und nach einem Bauernhof links bergauf auf den Ölberg. Vorbei an der alten Weinpresse und einem alten Kellerstöckl wandert man nun ein Stück der Straße entlang, biegt nach dem Kellerstöckl jedoch rechts ab und gelangt über eine Schotterstraße zu einem Klapotetz. Über eine steile Wiese und eine Holzbrücke marschiert man in der Folge wetier in den Kopeckwald bis zur Hauptstraße. Diese querend, wandert man in Richtung Gruisla, doch geht es noch vor dem Ort sogleich wieder in den Wald hinein. Man erreicht etwas später wieder die Hauptstraße und die Ortschaft Deutsch-Haseldorf. Bei einem weiteren Aussichtspunkt „Ins Land einischaun“ steht die Landschaft des südoststeirischen Hügellandes erneut im Mittelpunkt des Interesses. Von hier wandert man über den Traminersteig auf den Hochwarth und genießt abermals eine herrliche Aussicht. Von dem Höhenrücken geht es schließlich vorbei an der Ruine und über den Romantikweg zurück nach Klöch, wo alsbald wieder der Ausgangspunkt der Tour erreicht wird.
Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Klöch
  • Ziel: Klöch
  • Gesamtgehzeit: ca. 5 Std.
  • Weg: markierter Themenweg
  • Karte: WK 412

© Hans Wiesenhofer / Österreich Werbung

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2. Familienwanderung in der Oststeiermark

Hohenbrugger Runde 

Die kleine oststeirische Stadt Fehring ist Ausgangspunkt für eine leichte Familienwanderung zum Schloss Hohenbrugg. Das Schloss wurde Anfang des 14. Jahrhunderts erstmals als Burg erwähnt und befand sich stets in einem konfliktreichen Gebiet. So wurde sie 1480 von den Ungarn in Besitz genommen, später fiel sie der Zerstörungswut der einfallenden Türken zum Opfer (1532) und schließlich wurde sie im 16. Jahrhundert als Schloss in der heutigen Form wieder aufgebaut.

Unser Ausgangspunkt Fehring gilt als geographisches Zentrum des Steirischen Thermenlandes und befindet sich im, von Hügeln begrenzten, Raabtal. Vom Stadtzentrum aus wandert man zunächst ein Stück nach Norden bis zur Raab und dann dem Fluss entlang nach Osten. Man gelangt zur Wagnermühle, überquert den Fluss und marschiert entlang der Landstraße nach Weinberg an der Raab. Ab hier beginnt der landschaftlich schönste Teil der Route. Es geht durch die Weinberge in Richtung Norden zum Elendberg und dann in einem Rechtsbogen auf den Frühlichberg. Erhöht über dem Raabtal wandert man weiter in Richtung Südosten und gelangt in ein ausgedehntes Waldgebiet. Schließlich liegt das Schloss Hohenbrugg als Höhepunkt der Wanderung vor uns.

Vom Schloss geht es zunächst hinunter an den westlichen Ortsrand von Hohenbrugg an der Raab und weiter über die Bahn bis zu einer Wegabzweigung, noch vor dem Ortsbeginn von Schiefer. Hier wendet man sich nach rechts und wandert entlang des Maria Theresianischen Grenzweges zurück zur Wagnermühle bzw. von dort auf schon bekanntem Weg zum Ausgangspunkt.

Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Fehring
  • Ziel: Fehring
  • Gesamtgehzeit: ca. 3 Std.
  • Weg: markiert
  • Karte: WK 412

© Leo Himsl / Österreich Werbung

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 3. Wanderweg ganz im Zeichen der Erdgeschichte

Kapfensteiner Geotrail

Der Geo-Trail bei Kapfenstein führt durch den Krater des Kapfensteiner Vulkans und gibt einen sehr guten Überblick über den Vulkanismus in der Südoststeiermark. Er hat eine Länge von nur zwei Kilometer und kann in etwa 45 Minuten reiner Gehzeit erkundet werden. Dennoch sollte man sich etwa 1 ½ bis 2 Stunden Zeit nehmen, um auch die Stationen am Weg entsprechend erleben zu können. Neben seiner pädagogischen Ausrichtung ist der Geotrail auch ein wunderschöner Weg, welcher durch steile Wälder sowie Weinberge führt und immer wieder einen schönen Ausblick in die Umgebung erlaubt.

Als Ausgangspunkt dient der Gasthof Kapfensteiner Hof. Von dort wandert man zunächst in Richtung Sankt Nikolaus-Kirche. Noch bevor man diese erreicht, kommt man zu einem Fernrohr, mit dem man die vulkanischen Hügel der Umgebung in genauen Augenschein nehmen kann. Durch einen Weinberg geht es anschließend den Hang hinauf in ein Waldstück. Von einem Forstweg zweigt man links auf einen schmalen Fußweg ab, der an der steilen Westflanke des Kogels herumführt und dabei  mehrere Stationen und Aussichtspunkten berührt. Bei der barocken Herz-Jesu-Kapelle, einem Rundbau aus dem späten 18. Jahrhundert, geht es wieder bergauf. In der Kapelle befindet sich die Gruft der Schlossherren von Kapfenstein.

Durch Weinberge und an einer Hütte am „Kraterrand“ vorbei, wandert man schließlich wieder zur Straße hinunter und gelangt so zurück zum Ausgangspunkt.

Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Kapfenstein
  • Ziel: Kapfenstein
  • Gesamtgehzeit: ca. 1,5 Std.
  • Weg: markierter Themenweg
  • Karte: WK 412

© Carniel / Österreich Werbung

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4. Stadtwandern mit Genuss

Bisamberg

Unsere Wanderung über den Bisamberg ist einfach, aber mit etwa fünf Stunden schon recht lang und erfordert daher ein Mindestmaß an Kondition. Von der Stammersdorfer Pfarrkirche marschiert man, vorbei an zahlreichen Heurigenlokalen des noch recht ursprünglich wirkenden Ortskerns, entlang der Stammersdorfer Hauptstraße nach Westen. Anschließend folgt man der Kellergasse in Richtung Hagenbrunn. Sie zählt zu den schönsten Kellergassen ihrer Art um Wien und wird während der Stammersdorfer „Stürmischen Tage“ von unzähligen Gästen im wahrsten Sinne des Wortes „gestürmt“. Beim Steinernen Kreuz biegt man links ab und gelangt über einen schmalen Fahrweg zum Magdalenenhof. Hier kann man erst einmal eine Rast einlegen, bevor die Tour über den nun bewaldeten Bisamberg fortgesetzt wird. Der Magdalenenhof liegt auf einer nach Süden gerichteten Terrasse des Bisamberges neben einem alten Meierhof. Der nun folgende Weg in Richtung Gamshöhe führt zu einer flachen Kuppe auf der Hochfläche des Bisamberges. Beim Gasthof zweigt ein Weg zur nahen Elisabethhöhe, der mit 358 m höchsten Erhebung des Bisamberges, ab. Von dort bietet sich eine besonders schöne Aussicht auf das Donautal und den gegenüberliegenden Kahlenberg. Eine wuchtige Gedenksäule aus dem Jahr 1899 erinnert an den Aufenthalt der Kaiserin Elisabeth, die hier wohl auch die prächtige Sicht auf die Umgebung des Bisambergs genossen hat.

Wieder zurück beim Gasthof Gamshöhe folgt man der roten Markierung Nr. 07 und gelangt so über den Veitsberg, den nordöstlichen Ausläufer des Bisamberges, ins Weinhauerdorf Hagenbrunn. Bei der einstigen Schlosskapelle erreicht man den nach Stammersdorf zurück führenden Korneuburger Rundweg. Dieser verläuft zuerst durch den südlichen Teil von Hagenbrunn, anschließend durch diesen hinaus in die Weingärten südlich des Ortes zur Wolfsbergsiedlung. Ab der Wiener Stadtgrenze folgt man der Hagenbrunner Straße und gelangt so wieder zurück nach Stammersdorf.

Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Stammersdorfer Pfarrkirche
  • Gesamtgehzeit: ca. 5 Std.
  • Weg: Wiener Stadtwanderweg 5, 636, WWW 07, Korneuburger Rundweg
  • Karte: WK 011

© Hans Wiesenhofer / Österreich Werbung

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5. Kulturwandern in der Wachau

Vom Stift ins Museum

Die folgende Wanderung geizt genauso wenig mit naturräumlichen Leckerbissen, wie mit kulturellen Sehenswürdigkeiten. Zum einen begeistern am Ostrand des Dunkelsteinerwaldes das Benedektinerstift Göttweig und die Weinhänge, zum anderen lässt sich nördlich der Donau das Flair der Wachau mit jedem Schritt aufnehmen. Schlussendlich ist ein Besuch des Museums Gozzoburg in Krems an der Donau möglich.

Von der Bahnhaltestelle Furth-Göttweig steigt man direkt vom Zug in den Wanderweg ein und begibt sich in südlicher Richtung bergan zum Stift Göttweig. Hier ergibt sich ein wunderbarer Ausblick, der von Donau und Kremstal, sowie von den zahlreichen Weinbergen dominiert wird. Entlang des Weges 475 wandert man ebenso steil bergab in die von Weingärten dominierte Landschaft vor Mautern an der Donau. Die Ortschaft wird durchquert und man spaziert über die Mauterner Brücke nach Stein an der Donau. Unser Weg dreht nach links und führt uns inmitten der Weingärten die Lössterrassen hinauf zur Donauwarte. An dieser Stelle haben wir einen grandiosen Ausblick auf das gegenüber liegende Stift Göttweig und das Donautal, von dem wir uns weiter Richtung Norden wieder abwenden und nach Egelsee gelangen. Nach der Kirche halten wir uns rechts und folgen bei der nächsten Kreuzung dem Alaun Bach, abermals nach rechts hinab. Der Abstieg ins Alauntal wird jäh vom Anstieg unterbrochen, der uns links um den Kuhberg (398 m) führt. Anschließend geht es in das Kremserl hinein, von wo wir nach wenigen Minuten die Gozzoburg erreichen.

Tourdaten:

  • Ausgangspunkt: Haltestelle Furth-Göttweig
  • Ziel: Krems an der Donau
  • Gesamtgehzeit: ca. 5 Std.
  • Weg: 475, 06, 675
  • Karte: WK 070

© Leo Himsl / Österreich Werbung

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Wenn Ihr nun Lust bekommen habt selbst durch die Weinregionen zu wandern findet ihr die passenden Wanderkarten und Wanderführer in unserem Webshop:
WK 011 Wienerwald, Wanderkarte 1:50.000
WK 070 Traisental – St. Pölten – Dunkelsteinerwald, Wanderkarte 1:50.000
WK 412 Südsteirisches Hügelland – Vulkanland – Bad Gleichenberg – Bad Radkersburg, Wanderkarte 1:50.000

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